Tipps zum Thema: Lob und Tadel



Das “A” und “O” jeder Hundeerziehung ist das Lob unseres treuen Vierbeiners.
Hierbei ist die angenehme Gestaltung des richtigen und erwünschten Verhaltens sehr wichtig und nicht das ungewünschte Verhalten ständig zu beschimpfen.




Was versteht man unter angenehm gestalten?

... versteht man loben, streicheln, kraulen, spielen oder kleine Leckerbissen.
Kleine Leckerbissen aus dem Grund, damit der Hund nicht ewig am Kauen ist und somit den Lernprozess zu lange unterbricht.
Es soll auch keine Mahlzeit ersetzen und der Hund soll auch nicht direkt satt davon werden, sonst ist das Verlangen danach zu gering.
Erbsengroße Stücke sind hier ausreichend.
Wenn der Hund etwas besonders gut ausführt, kann man ihm auch einen Jackpot anbieten (einfach mehr als ein Leckerlie geben).

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Unangenehmes Gestalten des Fehlverhaltens?

Statt Leckerlies, Spielzeug, Kraulen oder gar arges Schimpfen wird der Hund je nach Verhalten einfach ignoriert (hier kommt es immer auf die Situation an).
Ignoranz des Frauschens/Herrschens ist für den Hund total schlimm.
Beschimpfen, oder lange Erklärungen dem Hund an den Kopf zu werfen ist verschwendete Zeit.
Er wird die Worte nicht verstehen und diese eher noch als Aufforderung zum Weitermachen oder gar als Lob ansehen.
Dies gilt natürlich nicht, wenn der Hund Jemanden anspringen möchte oder gar aggressiv auf etwas reagiert.
Hier muss ich natürlich eingreifen.

Eine gute Sache ist dann, den Hund ins Sitz oder sogar ins Platz zu bringen und erst wieder das Kommando aufzuheben, wenn er total ruhig und entspannt geworden ist.

Ein Beispiel: Ich binde meinen Hund an und entferne mich.
Er kläfft nur rum und will einfach nicht ruhig sein.
Was soll ich machen?
Auf jeden Fall aus der Weite keine Befehle geben, die eh nichts nutzen.
Einen Hund der das “Nein” z.B. kennt, kann man stören, aber es gibt Hunde, die jegliche Versuche des Störens als Aufforderung zum Weitermachen sehen.
Also, den Hund erst dann bestätigen mit Lob, oder mit Hingehen, wenn er ruhig ist und nicht mehr bellt oder jault.
Sobald der Hund noch mal Töne von sich gibt (auch wenn ich auf dem Weg zu ihm bin), einfach stehen bleiben, Rücken zukehren und ignorieren.
Er wird sehr schnell lernen, vorrausgesetzt man zieht die Sache konsequent durch, dass er erst dann die Aufmerksamkeit bekommt die er möchte, wenn er ruhig ist.

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Positive Verstärkung erwünschter Verhaltensweisen:

Alle Lebewesen, ob Tier oder Mensch, streben nach angenehmen und positiven Erlebnissen und versuchen natürlich dem Negativen stets aus dem Weg zu gehen.
D. h. wenn wir unserem Vierbeiner immer wieder für uns negative Situationen unangenehm gestalten, wird er sehr schnell lernen sein Verhalten zu ändern, um solche Situationen zu vermeiden.
Die Zahl der Wiederholungen, bis er es verstanden hat, hängt nicht von seiner Intelligenz ab, sondern von der Konsequenz und der Geschicklichkeit des Menschen!

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Lob ist die beste Motivation!

Regel: Das Lob sollte gegenüber dem Tadel dominieren, um das Lernen für den Hund angenehm zu gestalten.
Ständiger und überharter Tadel erzeugen nur Stress und verhindern somit den erfolgreichen Lernprozess.
Denn Stress ist eine Reaktion des Körpers auf Gefahrensituationen.
Es werden dabei im Augenblick der Bedrohung nicht notwendige Körperfunktionen, etwa die Verdauung und auch Gehirnfunktionen, abgeschaltet, damit alle Energie für die Überwindung der Gefahr mobilisiert werden kann.
Durch diese körperliche Anstrengung wird der Stress abgebaut und die Körperfunktionen normalisieren sich wieder.
Es ist ein leichtes sich vorzustellen, dass ein Lernprozess kaum möglich ist, wenn die Reaktion und das Verhalten des Hundes zusätzlich durch Abschaltung von Gehirnfunktionen beeinträchtigt wird.

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Vervielfältigen positiver Verhaltensanreize:

Es ist sehr wichtig beim Üben mit unserem tierischen Freund darauf zu achten, dass wir einem “gesunden Ehrgeiz” nachstreben und nicht zu viel erwarten oder gar zu schnell an unser Ziel kommen wollen.
Desto mehr ich mit meinem Hund arbeite, desto mehr steigt automatisch der Tadel und auch der Druck.
Zum Ausgleich muss das Lob mindestens verdoppelt und das Spiel mindestens verdreifacht werden.
Das Spiel ist die Grundlage jeder sozialen Bindung und vertieft diese enorm. Der Hund sollte an Körperstellen, die besonders empfindlich sind (z.B. Ohren, Brust, zwischen den Vorderbeinen oder am Bauch) besonders gekrault werden, oder mit der flachen Hand auf die Schulterpartie klopfen.
Besonders in den Lernphasen sollte man das Lob singend, gar überschwenglich einbringen.
Der Hund soll spüren, dass Sie sich so richtig freuen. Genau so, wie er sich mit seinem ganzen Körper freut, wenn Sie z.B. nach Hause kommen.

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Noch mal kurz zusammengefasst:

Loben an der richtigen Stelle ist das “A” und “O” jeder Hundeerziehung.
Schimpfen und Meckern als Tadel ist überflüssig. Es macht unsere Nerven nur kaputt, den Hund völlig durcheinander und bewirkt das Gegenteil von dem, was wir uns erhoffen und erreichen wollen. Der Hund wird eher noch mehr Fehler machen.
Ignoranz als Tadel richtig eingesetzt bewirkt Wunder. Der Hund möchte unsere Aufmerksamkeit.
Es ist für ihn eine wahnsinnig große Bestrafung, wenn er diese nicht bekommt.


Wir wünschen allen viel Erfolg und natürlich viel Spaß!
Ihr Rolly Hundeschul-Team


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